„Ich weiß den Bachl Chor bei ihm in besten Händen“, präsentierte Harald Pill am Samstag persönlich und mit spürbarer Freude seinen Nachfolger im Linzer Brucknerhaus: Felix Hornbachner habe seinen Chor nach „33 wunderschönen Jahren“ übernommen.

Trotz seiner erst 26 Jahre nennt der Goßraminger bereits viel Erfahrung als Dirigent sein Eigen, wovon sich auch das zahlreiche Publikum beim traditionellen Adventsingen des Chores überzeugen konnte. Junges Sängerblut ist herzlich willkommen: „Kummt’s zum Bachl Chor“, lud der neue Dirigent Stimmfreudige ein.

Mit enthusiastischer Natürlichkeit und Präsenz leitete er den Chor durch ein buntes Programm, das vom traditionellen Volks- und Weihnachtslied bis zur Motette von Anton Bruckner reichte. Auch dem 1997 in Puchenau verstorbenen Musiker Werner Brüggemann gedachte man mit beseelter Stimmkraft, begleitet von Theresa Zöpfl an der Orgel. Am besinnlichen Klangteppich knüpften auch das Ensemble d’Blechan mit festlichen Bläser- sowie Vanessa Peham und Karin Gabauer mit verinnerlichten Zither-Klängen. Seelenbalsam ließ Bruckner-Orchester-Mitglied Werner Karlinger von den Harfensaiten perlen, und die Adventmusi erwärmte mit ihrer Stubenmusik die Gemüter.

Zwischen die Klänge eingebettet waren heiter-besinnliche Worte und Texte, vorgetragen von Schauspieler Harald Bodingbauer, dem auch der stimmige, runde Programmbogen zu verdanken war. Sie bringen Licht in dunkle Rauhnächte, und das schon seit Ende des 19. Jahrhunderts: Der Auftritt der Glöckler aus Traunkirchen war ein strahlender Höhepunkt. Um Nachwuchs müssen sie nicht bangen: Wie ein Großer trug Bastian (4) stolz seine Lichterkappe.

Jenes Ereignis, das wir eigentlich feiern und das mitunter im weihnachtlichen Geschenke-Trubel unterzugehen droht, riefen die spielfreudigen Schüler der Volksschule Natternbach mit ihrem Hirtenspiel, geleitet von Barbara Mairinger, in Erinnerung. Was, wenn sich zwei Geschäftsleute mit Aktenkoffern auf die Weide verirren? „Flüssig“ ist für Hirten einzig der Most. Saftige Äpfel zur freien Entnahme warteten hingegen in der Pause auf die Besucher.

Gestärkt an Leib und vor allem Seele klang das Adventsingen im Zeichen seines heurigen Mottos aus – „ursprünglich und besonders“, mit „Oh, du fröhliche“.

Fazit: Heiter-besinnliche zwei Stunden, die traditionell auf Weihnachten einstimmten.

OÖN, 10. Dezember 2018

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